Saison der „Ersten“

  • Die HSG musste am gestrigen Samstag zur längsten und vielleicht letzten Auswärtsfahrt zum Absteiger TV Altötting. Die Vorzeichen vor dem Spiel waren klar: Trotz des dritten Platzes wurde ein Punkt zum endgültigen Klassenerhalt benötigt. Trainer Korn appellierte an die eigenen Stärken, vor allem die starke Abwehr um Kapitän Dominik Reisinger und das daraus resultierende schnelle Umschaltspiel. Der Start ins Spiel war dennoch sehr holprig. Ein zu überhastetes Spiel im Angriff und eine nicht zu 100% konsequente Abwehr hielt die Altöttinger Mannschaft lange im Spiel. Trainer Korn sah sich nach 17 Minuten bei einem 3-Tore-Rückstand gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Er fand hier die richtigen Worte und die HSG konnte zumindest mit einer 1-Tore Führung zum Pausentee gehen. In der Halbzeit rauften sich die Gelb-Schwarzen noch einmal zusammen und zeigten mit dem Start der zweiten Hälfte, zu was die Mannschaft in der Lage ist. Geschlossene Abwehr, tolle Motivation und zwei schnelle Außen mit Scholz und Frank sorgten für die erste 5-Tore-Führung. Die HSG bekam die Kontrolle über das Spiel zurück und gab diese auch nicht mehr her. Positiv zu erwähnen ist die Rückkehr des Oldies Zahn nach einer langen Verletzung. Auch der in die USA gezogene Lukas Reisinger, der zu Besuch in der Heimat war, durfte sich positiv einbringen. Am Ende stand ein deutlicher Auswärtssieg auf der Anzeigetafel, mit dem der Verbleib in der Landesliga gesichert wurde. Was erst seit Kurzem für alle HSG’ler bekannt war, manifestierte nach dem Schlusspfiff. Trainer Korns persönlicher Entschluss für eine Pause vom Handball beendet eine lange Spieler- und Trainer-Karriere. Er verabschiedete sich mit Tränen von seiner Mannschaft. Auch Zahn wird vorerst in Handballrente gehen. Urlauber Lukas Reisinger verabschiedet sich ebenfalls nach diesem Spiel und wird für weitere 18 Monate in Pittsburgh leben. HSG: von Borstel, Schindler – Reisinger D. 6, Scholz 7, Götschel, Meier 1, Hinkelmann 1, Vollmer 1, Zahn 2, Mosler 2, Scheuerer 4/1, Reisinger L. 2, Frank 4 Altötting: Starflinger, Taubenender 1, Baaken C. 1, Huber 2, Baaken S. 9/2, Karl 1, Antwerpen, Resch 2, Martl, Karl 1

  • Obwohl die Tigerenten auf einem vermeintlich komfortablen dritten Tabellenplatz stehen (17:11 Punkte) ist tatsächlich immer noch etwas Spannung angesagt. Durch den extrem verschärften Abstieg in diesem Jahr ist nämlich schon Tabellenplatz fünf abstiegsgefährdet und muss in eine Relegation mit den Gleichplatzierten der anderen beiden Landesligastaffeln um die letzten freien Plätze in der nächstjährigen, zweistaffeligen Landesliga spielen. Und holt man den Rechenschieber raus, ist es tatsächlich noch möglich, dass die HSG noch von der HT München (5. mit 15:13 Punkten) eingeholt wird. Folglich ist die Marschroute beim Tabellenvorletzten Altötting am Samstag den 30.4.2022 um 17:00 Uhr klar: die fehlenden Punkte müssen ohne Wenn und Aber eingefahren werden. Dabei darf sich das Team von Coach Korn aber auf keinen Fall von dem deutlichen 30:20 Hinspielsieg dazu verleiten lassen, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Zum einen ist da die extrem lange Anfahrt, zum Anderen sind die Altöttinger mit zuletzt zwei Siegen in Folge momentan im Aufwind. Zwar kann das Team aus der Wallfahrtsort den Klassenerhalt nicht mehr schaffen und befindet sich auf Abschiedstour, aber genau solch frei aufspielende Gegner sind immer für eine Überraschung gut. Also können sich die Tigerenten darauf gefasst machen, dass ihnen die Altöttinger zu ihrem letzten Heimspiel keine Gastgeschenke machen werden. Entspechend fordert Coach Korn eine hohe Konzentration von seinen Mannen. Verlassen kann er sich dabei auf die zuletzt hervorragende Abwehrarbeit, wobei auch das Gegenstoßspiel wieder mehr forciert werden soll. Im Positionsangriff muss gegen die zentrierte Abwehr der Altöttinger mehr in die Breite gegangen werden, um die angeschlagene Achse Scheuerer-Laugner zu entlasten. Trotz alledem nehmen die HSGler die Favoritenrolle selbstbewusst an. „Im Großen und Ganzen waren die letzten Spiele mehr als überzeugend. Das Team will und wird jetzt auch endlich die letzten Zweifel ausräumen“, zeigt sich Korn selbstbewusst. Zwar gibt es hinter dem ein oder anderen angeschlagenen Spieler noch ein Fragezeichen, mit dem auf Heimaturlaub befindlichen Lukas Reisinger steht aber eine weitere Alternative kurzfristig zur Verfügung.

  • Am Samstag, den 23.04.2022, war es soweit. Das Auswärtsspiel gegen den Primus Ismaning war angerichtet. Ein volle Halle mit guter Stimmung war zu erwarten, konnten die Gastgeber doch an diesem Spieltag den Aufstieg perfekt machen. Das erste Drittel des Spiels war eine reine Abwehrschlacht. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Die Tigerenten fanden bessere Lösungen und somit stand es nach 20 Minuten 4:8.  Auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit stand die Abwehr bei den Tigerenten genau richtig und brachte die Gegner aus Ismaning ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Somit stand es zur Halbzeit 10:13 für das Team aus Mittelfranken. In der zweiten Halbzeit wollten die Gäste an die Leistung aus der ersten Halbzeit anknüpfen, was jedoch nur bedingt gelang. Die Hausherren spielten nun frei auf, zeigten ihre individuelle Klasse und warum sie in der Liga ganz oben stehen. Beim 17:16 in der 47. Minute ging Ismaning das erste Mal in Führung. Die HSG wehrte sich weiterhin bravourös, konnte das Ruder aber nicht mehr an sich reißen. Das Spiel endete 27:25 und die HSG’ler waren beim Handshake nach dem Spiel die Ersten, die Ismaning viel Glück für die Bayernliga wünschen konnten. Mit noch einem ausstehenden Spiel bei drei Punkten Vorsprung steht Ismaning als Aufsteiger fest.  HSG: Götz, von Borstel, Schindler, Scheuerer S., Reisinger 2, Scholz 2, Götschel, Meier 6, Hinkelmann 2, Laugner 5, Vollmer, Mosler, Scheuerer J. 6/3, Frank 2 Ismaning: Schwetz 2, Notz 4/2, Mansare 1, Braun, Lattner, Teschner 5, Elsinger, Mannel, Simon 4, Baierlein 1, Zobel 7, Neubauer 3, Mayr, Miranda-Jahn 

  • Langsam biegt die Saison auf die Zielgerade ein und auf die Tigerenten wartet noch einmal ein echtes Highlight. Bei niemand geringeren als dem Tabellenführer der „Isar Devils“ vom TSV Ismaning treten die Männer von Coach Korn am Samstag den 23.4.2022 um 18:00 Uhr in der nagelneuen Isarena an. Theoretisch könnten bei den Gastgebern (27:3 Punkte) sogar schon die Meisterschaftssektkorken knallen – sollte gleichzeitig der Tabellenzweite Simbach (26:6) einen Punkt liegen lassen. Das wollen die Tigerenten aber möglichst verhindern und die Liga noch eine weitere Woche spannend halten. Das hat zwei Gründe: zum einen fehlt zum Klassenerhalt rechnerisch tatsächlich noch ein Punkt, zum anderen wäre Ismaning sonst das einzige Team der Liga gegen das die Lauf/Heroldsberger beide Spiele verloren hätten. Und der Anspruch jedes Team schlagen zu können, ist dann doch ein letztes großes Saisonziel.   Trotz der zuletzt guten Auftritte müssen sich die Mannen ohne Wenn und Aber mit der Außenseiterrolle begnügen. Zu souverän ziehen die Ismaninger ihre Kreise an der Tabellenspitze. Dabei stellen sie mit durchschnittlich 30 Toren pro Spiel die beste Offensive und mit 22,46 Gegentreffern auch die beste Defensive der Liga.   Dabei kann sich das Trainerteam Nortz/Ilg auf eine sattelfeste, offensive 6:0 Deckung mit einem sehr zweikampfstarken Innenblock verlassen. Aber auch eine noch offensivere 3:2:1 Deckung beherrschen die Gäste und kommen so immer wieder zu Ballgewinnen, die dann vor allem in Person von Haupttorschütze Tom Notz in leichte Tempogegenstoßtore umgemünzt werden. Im Positionsangriff können sich die Gäste auf eine exquisite Rückraumreihe verlassen. Vor allem der wurfgewaltige Yannick Teschner war bei dem 31:35 Hinspielsieg von der Tigerenten Abwehr nicht in den Griff zu bekommen. Größter Trumpf der Isar Devils ist aber ihre Unberechenbarkeit – so findet man Spiel für Spiel eine sehr ausgeglichene Torverteilung, bei der immer wieder andere Spieler als Toptorschützen herausstechen.  Das Schützenfest vom Hinspiel ist den Lauf Heroldsbergern noch gut in Erinnerung und besonders in der Defensive will man zeigen, dass man dazugelernt hat und auch gegen eine – auf allen Positionen stark besetze Truppe – bestehen kann. So war der Abwehrverbund auch Basis für die letzten zwei Siege, als das Team richtig Beton anrührte und nur 18 (gegen Schwabach) bzw. 15 Gegentore (gegen Regensburg) zuließ. Nur wenn das auch vor dem lautstarken Ismaninger Publikum gelingt, haben die Tigerenten die Chance beim großen Favoriten mitzuhalten. Etwas anderes als eine Topleistung in allen Mannschaftbereichen wird gegen Ismaning nicht reichen. Mit der Serie von drei Siegen im Rücken geht das Team das Thema aber selbstbewusst an. Dabei stehen Coach Korn bis auf die Langzeitausfälle alle Spieler zur Verfügung, wobei Routinier Felix Ehler diesmal krankheitsbedingt nicht aushelfen kann.

  • Nach dem Derbysieg am Donnerstag gegen SC Schwabach ging die HSG gestärkt in das Spiel am Sonntag gegen die SG Regensburg. Das Spiel war ähnlich wie am Donnerstag geprägt von starken Abwehrreihen beider Mannschaften. In den ersten 20 Minuten fielen lediglich acht Tore. So stand es zur Halbzeit auch nur 9:7. Besonders hervorzuheben ist der starke Innenblock um Steffen Scheuerer und Dominik Reisinger, mit einem stark haltenden Max von Borstel im Tor. Auch Rückkehrer Felix Ehler fügte sich nahtlos in das Spiel ein und überzeugte mit seiner erfahrenen Spielweise. Der flinke Meier hielt den auffälligsten Akteur der Regensburger Wuka bei nur einem Treffer. Auch in diesem Spiel schaffte es die HSG wieder die Außen miteinzubeziehen und so gelangen einige einfache Tore. Der Sieg war ein wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt. Jetzt heißt es die kommenden Wochen den Schwung mitzunehmen und die Saison erfolgreich zu beenden. Ein großer Dank auch an die zahlreiche Unterstützung von der Tribüne in dieser „englischen Woche“. HSG: von Borstel, Götz, Schindler, Scheuerer S., Reisinger, Scholz 6, Götschel, Meier, Hinkelmann, Laugner 6/2, Mosler, Scheuerer J. 2, Ehler 1, Frank 4 Regensburg: Hoppe, Wuka 1, Hochreuter 6/4, Brilz 1, Turtenwald, Weisser 1, Müller, Härtel, Trumann 3, Meta, Federmann 1, Schäfer, Thienel, Groß 2/1

Tabelle Saison

Spielplan